Lexikon der Filmbegriffe

Institut für den wissenschaftlichen Film (IWF)

Das später Institut für den Wissenschaftlichen Film (IWF) wurde 1934 als Reichsstelle für den Unterrichtsfilm (RfdU) in Berlin gegründet. Ziel war es, Unterrichtsfilme für die Verwendung in Schulen und Hochschulen herzustellen. 1935 wurde eine „Abteilung Hochschule“ gegründet. Die Filme der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Filme (DEGEWI) kamen 1936 in den Bestand des Instituts. Die Neubenennung als Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (RWU) erfolgte 1940. Nach dem Krieg wurde das Inventar zunächst durch die Besatzungstruppen beschlagnahmt; allerdings wurde schon 1946 das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) als Nachfolgeinstitution in München gegründet. 1949 wurde die Abteilung „Hochschule und Forschung“ nach Göttingen an den späteren Standort des IWF verlagert. Eine eigene Programmatik entstand 1952 mit der Gründung der Encyclopaedia Cinematographica, deren Ziel es sein sollte, eine enzyklopädische Darstellung der modernen Wissensgebiete mit den Mitteln des Films anzustreben. Das IWF erhielt 1953 seinen endgültigen Namen. 1956 wurde im „Königsteiner Abkommen“ beschlossen, dass das Institut als selbständige Institution der Bundesländer arbeiten sollte.  Das Institut produzierte in den folgenden Jahren eine große Anzahl von Wissenschaftsfilmen; zudem brachte es einige technische Neuerungen (darunter eine Drehspiegel-Hochgeschwindigkeitskamera, die 300.000 B/sec aufnehmen konnte) hervor. 1977 wurde das IWF in die „Blaue Liste“ der Bundesregierung aufgenommen und von nun an durch Bund und Länder finanziert. Nach diversen Evaluationen wurde das Institut 2001 als Dienstleistungsgesellschaft (IWF Wissen und Medien GmbH) neu konfiguriert, konnte aber die angestrebte Teil-Selbstfinanzierung nicht erreichen und wurde am 31.12.2010 geschlossen.

Publikationen des IWF: Diverse Kataloge. – Zeitschrift: Research Film (Bulletin of the Research Film Section of the International Scientific Film Association and of the Encyclopaedia Cinematographica = Le film de recherche = Forschungsfilm)   [1], 1952/54; 2, 1955/57 bis 9, 1976/78; damit Ersch. eingest. – Schriftenreihe: Publikationen zu wissenschaftlichen Filmen (ab 1963).

Literatur: Wolf, Gotthard: Der wissenschaftliche Film in Deutschland. Wuppertal‑Elberfeld: Lucas [1957]. – Ds.: Der wissenschaftliche Dokumentationsfilm und die Encyclopaedia Cinematographica. München: Barth 1967. – Ds.: Der wissenschaftliche Film in der Bundesrepublik Deutschland. Bonn‑Bad Godesberg: Inter Nationes 1975. Zugl. engl. Ausg. – Rieck, Joachim: Technik der wissenschaftlichen Kinematographie. München: J.A. Barth 1968.


Artikel zuletzt geändert am 14.09.2011


Verfasser: HJW


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