Lexikon der Filmbegriffe

Verweildauer

In der Fernsehnutzungsforschung unterscheidet man die Sehdauer von der Verweildauer; erstere basiert auf der Zahl der Mitglieder des repräsentativen Zuschauerpanels an, die in einem bestimmten Zeitraum ferngesehen haben (drei Familienmitglieder, 240min Gesamt-Sehzeit, entspricht 80min durchschnittliche Sehdauer für die Dreiergruppe); dagegen gibt die Verweildauer die von einzelnen tatsächlich vor laufendem Fernsehprogramm verbrachte Zeit an (einer der obigen Gruppe würde also mit 240min, die beiden anderen mit 0min Verweildauer ausgegeben). In der Terminologie des „Verweilens“ wird kurioserweise auf das Bild des Flaneurs zurückgegriffen, der seine schweifende Aufmerksamkeit für eine gewisse Zeit an einem besonderen Gegenstand verweilen lässt. Das ist insofern interessant, als Fernsehen hier als unbegrenzt zugänglicher, aber transitorischer Gegenstand ausgewiesen wird. Das Flanieren als Begehung urbaner Welten dagegen entfällt.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HHM


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