Lexikon der Filmbegriffe

3D-Krankheit

auch: cybersickness; auch: Duke Nukem Disease (nach dem Computer-Spiel Duke Nukem)

Mit der Perfektionierung der 3D-Projektion im neuesten Kino (vor allem nach dem Erfolg von Avatar (USA 2009, James Cameron) wurde die Frage, ob 3D-Wahrnehmung im Kino zu Effekten führt, die der Reise- oder Seekrankheit (Kinetose) verwandt sind, auch in Hinsicht auf das Kino neu belebt. Sie wird erklärt mit der Inkompatibilität oder sogar Widersprüchlichkeit von Wahrnehmungs- und Leiberfahrungen – das Auge signalisiert schnelle Bewegung im Raum, wogegen das Gleichgewichtsorgan im Innenohr den Ruhezustand des Körpers anzeigt. Der Effekt selbst äußert sich in Form von Übelkeitsattacken, Schweißausbrüchen, als Schwindelgefühl und ähnliches. Es waren vor allem die 3D-Ego-Shooter-Spiele, deren Spieler ihre Reaktionen auf das Spiel beklagten. Nach manchen Aussagen können bei ausreichender Reizdiskrepanz bis zu 40% von Spielern (oder, allerdings wohl deutlich gemindert, auch Zuschauern) mit den kinetoseartigen Übelkeitssymptomen reagieren. Eine genetische Komponente ist im Spiel (Asiaten erkranken signifikant häufiger als Europäer). Als einziges Gegenmittel ist der Abbruch der 3D-Besichtigung möglich, so dass die Widersprüchlichkeit des Reiz-Inputs nicht mehr auftreten kann.

Literatur: Schmäl, F. / Stoll, W.: Kinetosen. In: HNO 48,5, 2000, S. 346‑356. – Schmäl, F. / Stoll, W.: Neuronal Mechanisms and Treatment of Motion Sickness. In: Antiemetic Therapy. Ed. by J. Donnerer. Basel: Jarger 2003, S. 98-112.


Artikel zuletzt geändert am 10.12.2011


Verfasser: JvH


Zurück