Lexikon der Filmbegriffe

Fallhöhe

Die Metapher der Fallhöhe wurde von dem französischen Ästhetiker und Dramentheoretiker Charles Batteux und in seinem Gefolge von Johann Christoph Gottsched im 18. Jahrhundert zur Begründung der älteren Ständeklausel formuliert: Die Bedeutung vor allem tragischer Umstände steigt für die Figuren wie für die Zuschauer, je höher eine Figur im Gefüge der gesellschaftlichen Ränge angesiedelt ist. Je tiefer sie fällt, desto intensiver ist – zumindest der These folgend – das Mitgefühl des Zuschauers. Gerade diese wirkungsästhetische Annahme ist vielfach in Zweifel gezogen worden. Die im Drama nötige Extremifizierung des Konflikts wird allerdings bis heute in der Dramaturgie des populären Films beachtet – abhängig von soziologischen Zugehörigkeiten ist der Verlust an materieller Sicherheit, sozialer Geborgenheit und Selbstwahrnehmung etc. eine Grundlage, das Scheitern des Helden für den Zuschauer anschaulich und nachvollziehbar zu machen.

Referenzen:

Ständeklausel


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: KB


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