Lexikon der Filmbegriffe

Ständeklausel

Die Ständeklausel geht auf die Poetik Aristoteles‘ zurück, der die Tragödie für die Probleme und Konflikte der „guten“ Menschen reserviert hatte, während die Angelegenheiten der „schlechten“ Menschen in der Komödie dargestellt werden sollten. Martin Opitz griff die Unterscheidung 1624 in seinem Buch von der Deutschen Poeterey auf: Der „gute“ Mensch war bei ihm adliger Herkunft, der „schlechte“ bürgerlicher. Die Auflösung der Ständeklausel begann im 18. Jahrhundert. Im bürgerlichen Trauerspiel konnten auch Bürgerliche (hier meist noch: Mitglieder des kleinen Adels) mit ihren Problemkonstellationen und in schicksalhaften Verläufen dargestellt werden, so dass einem bürgerlichen Publikum die Identifikation mit den Figuren auf der Bühne erleichtert wurde. Als Prinzip der „Fallhöhe“ sind Nachklänge der Ständeklausel bis heute in Geltung.

Referenzen:

Fallhöhe

Mésalliance


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: KB W


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