Lexikon der Filmbegriffe

Kleinkriminalität im Film

engl.: shorty = Kleinkrimineller (der für andere Kriminelle arbeitet); auch: small time criminal, pretty crook

Motiv im fiktionalen Film. Die Protagonisten sind nicht von Berufs wegen Verbrecher (und schon gar keine eleganten Edelganoven) wie im Gangsterfilm, sondern kleine Leute, die als Gelegenheitsdiebe auftreten (müssen). Zwei Möglichkeiten der Akzentuierung zeichnen sich ab: Entweder tendieren die Filme in Richtung Milieu- und Quartierstudie und erheben einen Anspruch auf mitunter scharfe Gesellschaftskritik; in diesen Fällen verhält sich das Motiv über weite Strecken ähnlich wie das der Jugendkriminalität. Oder aber die Filme gehen in Richtung Komödie und porträtieren – ähnlich wie die Gaunerkomödien – liebevoll-ironisch ihre meist etwas dusseligen Hauptfiguren, die sich in der Regel ziemlich ungeschickt anstellen und den großen Coup, von dem sie fortwährend träumen, nur selten landen.

Beispiele: Porte des Lilas (Frankreich 1957, René Clair); Paper Moon (USA 1972. Peter Bogdanovich); Crackers (USA 1984, Louis Malle); Wise Guys (USA 1986, Brian de Palma); La petite Voleuse (Frankreich 1988, Claude Miller); Riff‑Raff (Großbritannien 1991, Ken Loach); Small Time Crooks (USA 2000, Woody Allen).

Referenzen:

Jugendkriminalität im Film


Artikel zuletzt geändert am 06.11.2011


Verfasser: PB


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