Lexikon der Filmbegriffe

Rückblendenfilm

Gelegenheitsbezeichnung für einen Film, der seine Geschichte in Rückblendentechnik erzählt. In Sonderheit wird die Bezeichnung auf Filme angewendet, die einen Gegenstand in verschieden perspektivierten Erinnerungen darstellen (wie etwa in Citizen Kane, USA 1941, Orson Welles, oder in The Bad and the Beautiful, USA 1952, Vincente Minnelli, sich die unterschiedlichen Erinnerungen nicht wechselseitig ergänzen und zu einer zusammenhängenden Geschichte synthetisieren lassen, oder in Into the Wild, USA 2007, Sean Penn, in dem sich die Geschichte aus einer ganzen Kaskade von Rückblenden verschiedener Figuren zusammenfügt) oder – wie nach dem Prinzip der Matrioschka-Puppen – Rückblenden in Rückblenden enthalten. Dabei ermöglichen sie mehrfach gestaffelte Rückblicke in die Vorgeschichte(n) der Erzählung (wie etwa in Victor Sjöströms Körkarlen, Schweden 1921, oder in Adaptation, USA 2002, Spike Jonze). Ein berühmtes Beispiel ist The Barefoot Contessa (USA 1954, Joseph L. Mankiewicz), in dem die Rückblenden-Erzählung des Haupterzählers eine weitere Rückblende der Titelheldin enthält, in der sie ihm das Geheimnis ihrer Hochzeitsnacht enthüllt. Verstecktes Thema vieler derartiger Rückblendenfilme ist die Unsicherheit der Erinnerung ebenso wie die Unzuverlässigkeit der Erzählung.

Literatur: Turim, Maureen: Flashbacks in Film. Memory and History. New York [...]: Routledge 1989.

Referenzen:

Rückblende


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: BH HJW


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