Lexikon der Filmbegriffe

Theateraufzeichnung

Abgefilmte Theateraufführung, die – wenn überhaupt – dokumentarisch oder ästhetisierend aufbereitet ist, um sie, analog zur Konzertaufzeichnung und zu manchen (aber längst nicht allen) Opernverfilmungen, für die Nachwelt zu erhalten. Im Mittelpunkt steht weniger das Medium Film, sondern vielmehr die benachbarte Kunstform des Theaters. Im Kino hat die Theateraufzeichnung nie eine Rolle gespielt; erst das Fernsehen hat den Mitschnitt von Life-Veranstaltungen des Theaters zu einer eigenen Programmgattung erhoben. Dagegen steht die Dramenverfilmung (manchmal auch: Theaterfilm), die keine Bühneninszenierung abfilmt, sondern – basierend auf der Vorlage eines Dramas – eine mit spezifisch filmischen Mitteln gestaltete Neukonzeption anstrebt.
Theateraufzeichnungen dienen zum einen als eine Dokumentation, die der theaterwissenschaftlichen Analyse zugrundeliegt (da die Aufführung selbst einmalig und flüchtig ist, ist es nötig, mittels der Aufzeichnung einen analytisch kontrollierten Zugang zur Aufführung überhaupt erst zu gewinnen); zum anderen werden derartige Aufzeichnungen auch bei Neuinszenierungen zu Rate gezogen, um Kriterien für die Inszenierung zu gewinnen.

Literatur: Rosenstein, Doris / Seibert, Peter / Gompper, Renate: Theatersendungen im Fernsehen der Bundesrepublik Deutschland. In: Das Fernsehen und die Künste. Hrsg. v. Helmut Schanze & Bernhard Zimmermann. München: Fink 1994, S. 159-226.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: PB AS


Zurück