Lexikon der Filmbegriffe

augmented reality

wörtlich: „durchdringende Realität“; dt. selten: „erweiterte Realität“; oft auch: mixed reality

Unter augmented reality versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Meist wird jedoch darunter die visuelle Darstellung von Informationen verstanden, die fotografisch gewonnene Bilder oder Video mit computergenerierten Zusatzinformationen oder virtuellen Objekten mittels Einblendung/Überlagerung erweitern. Bei Fußball‑Übertragungen ist z.B. das Einblenden von Entfernungen bei Freistößen mithilfe eines Kreises oder einer Linie heute bereits gewohnte informationelle Aufbereitung des Spielberichts. Das fotografische Prinzip der Repräsentation wird um anders fundierte visuelle (manchmal auch akustische) der Darstellung des gleichen Gegenstandes erweitert, so dass aus dem monosemiotisch fundierten ein polysemiotisches Bild entsteht, das sozusagen mehrere verschiedene repräsentationale Schichten gleichzeitig realisiert. Im Film ist der Einsatz der Verfahren der „Augmentarisation“ selten geblieben, spielt gelegentlich aber im Animations- und im Wissenschafts- oder Lehrfilm eine Rolle. Manchmal wird auch das Fotografische in Form einer Simulation erweitert (wenn etwa im Archäologiefilm Ruinen qua Rechnersimulation zu ganzen Gebäuden rekonstruiert werden); anders als in den Trickverfahren der Kompositfotografie werden die augmentierten Teile des Bildes dabei aber meist deutlich markiert, so dass das Bild als synthetisches Bild erkennbar bleibt.

Literatur: Hainich, Rolf R.; The end of hardware. A novel approch to augmented reality. Charleston, [SC] : BookSurge Publ.  2006. – Messaris, Paul / Humphreys, Lee (eds.): Digital media. Transformations in human communication. New York [...]: Lang 2006.

Referenzen:

augmented journalism


Artikel zuletzt geändert am 15.06.2016


Verfasser: JH


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