Lexikon der Filmbegriffe

foreshadowing

dt. etwa: einen Schatten vorauswerfen, ahnen lassen, ankündigen; auch: foreboding

Der in der amerikanischen Drehbuchliteratur oft verwendete Begriff des foreshadowing bezeichnet die rezeptionsästhetisch so wichtige Ausrichtung erzählter Szenen auf den weiteren Fortgang des Geschehens. In der Erzähltheorie Seymour Chatmans unerscheidet man narrative Kernszenen (kernels), die die Erzählung voranbringen, von Satellitenszenen (satellites), in denen charakteristischerweise die Ankündigungsfunktion gebündelt ist. Charakteristischerweise sind es solche Szenen, die Kernszenen vorbereiten. Satellitenszenen lassen sich aus einer Erzählung entfernen, ohne dass die Erzählung dadurch wesentlichen Schaden nähme; allerdings würde damit das Gewebe an Vorausdeutungen und an der Skizzierung möglicher Handlungsoptionen zerstört, das die Kernszenen erst als notwendige Implikaturen lange vorher gesetzter Impulse erscheinen lassen. In Alien (USA 1979, Ridley Scott) muss  die Heldin anfangs mit einer Mischung von Roboter und Gabelstapler, die wie eine künstliche Vergrößerung ihres Körpers wirkt, eine Reparatur ausführen; gegen Ende des Films wird sie das Gerät benutzen, um die Alien-Mutter zu bekämpfen.

Literatur: Chatman, Seymour: Story and Discourse. Narrative Structure in Fiction and Film. Ithaca/London: Cornell University Press 1978. – Clemen, W.: Anticipation und foreboding in Shakespeare‘s early histories. In: Skakespeare Studies 6, 1953, S. 25-35.

Referenzen:

Prolepse


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


Zurück