Lexikon der Filmbegriffe

Herausgeberfiktion

auch: Manuskriptfiktion

Die Herausgeberfiktion besteht im Kern in der Rahmung eines Textes durch einen fiktiven Herausgeber, der berichtet, wie er zum Skript gekommen ist und was ihn bewogen hat, den Text zu veröffentlichen. Diese eigentlich genuin literarische Technik ist gelegentlich auch im Film genutzt worden, in der Regel, um das eigentliche Material der Erzählung als vorgefunden zu authentifizieren (neuerdings: The Blair Witch Project, USA 1999, Daniel Myrick, Eduardo Sánchez), seltener, um es zu kommentieren und dadurch ironische Distanz hervorzubringen (wie z.B. in The Man Who Would Be King, USA 1975, John Huston).

Literatur: Mommertz, Stefan: Die Herausgeberfiktion in der englischsprachigen Literatur der Neuzeit. Berlin: dissertation.de 2003; zuerst als Diss., Berlin 2000. – Wirth, Uwe: Die Geburt des Autors aus dem Geist der Herausgeberfiktion. Editoriale Rahmung im Roman um 1800: Wieland, Goethe, Brentano, Jean Paul und E.T.A. Hoffmann. München: Fink 2008.
 

Referenzen:

Abimisierung

Rahmenerzählung


Artikel zuletzt geändert am 27.01.2012


Verfasser: HJW


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