Lexikon der Filmbegriffe

Eidetik (1)

von griech.: eidos = Gestalt, Urbild, Idee

Husserl entwickelte in seiner Phänomenologie das Verfahren der eidetischen Variation, das darauf basiert, sich einen beliebigen Vertreter des zu bestimmenden Begriffs vorzustellen. Im nächsten Schritt variiert man dieses Vorbild, indem man sich wiederum Gegenstände vor die innere Vorstellung ruft, die dem ersten Gegenstand ähnlich sind. In dem Fortschreiten von einem prototypischen Gegenstand zum nächsten scheint dann das der Reihe der Gegenstände innewohnende gemeinsame Prinzip auf, das Husserl als eidos bezeichnete. Aufgabe des Verfahrens ist es, das „Wesen“ des erfragten Begriffs resp. seiner Repräsentanten zu erfassen. Eidetik ist so eine Art „Wesensschau“ und steht den Tatsachenwissenschaften (Natur‑ und Geisteswissenschaften) klar gegenüber. 


Artikel zuletzt geändert am 30.12.2011


Verfasser: HJW


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