Lexikon der Filmbegriffe

footing

engl., = Basis, Fundament

In der Interaktionsanalyse Erving Goffmans führte er das footing als Bezeichnung der sozialen und affektiven Grundlage einer Interaktion sowie der damit zusammenhängenden Interaktionsrollen ein. Man kann freundlich miteinander verkehren, aber man kann dem anderen auch aggressiv, bohrend, ihn affirmierend, unterstützend, tröstend usw. begegnen. In der medialen Praxis spielt das footing vor allem in interviewbasierten Formen eine Rolle (im Dokumentarfilm, in der Fernsehdiskussion etc.). Dabei spielt auch eine Rolle, ob das Gespräch von vornherein für einen Zuschauer (als Zuhörer, der möglicherweise nichts über den oder die Sprecher weiß [overhearer]) inszeniert wird, weil dieser insbesondere von Registerwechseln des Gesprächs (footing shifts) leicht überfordert sein kann.

Literatur: Clayman, Steven E.: Footing in the achievement of neutrality: The case of news interview discourse. In: Paul Drew & John Heritage (eds.): Talk at work. Cambridge: Cambridge University Press 1992, pp. 163‑198. – Goffman, Erving: Footing. In: Semiotica 25, 1979, pp. 1‑29. Auch in seinem: Forms of talk. Oxford: Blackwell 1981. - Heritage, John: Analysing news interviews. In: Handbook of discourse analysis. 3. Ed. by Teun A. van Dijk. New York [...]: Academic Press 1985, pp. 95‑117. – Levinson, Stephen C. (1988): 'Putting linguistics on a proper footing: Explorations in Goffman's concepts of participation'. In: Erving Goffman: Exploring the interaction order. Ed. by Paul Drew and Anthony Wootton. Cambridge: Polity Press 1988, pp. 161‑227.


Artikel zuletzt geändert am 30.12.2011


Verfasser: HJW


Zurück