Lexikon der Filmbegriffe

Schlussvolte

von ital.: volta = Wendung, Drehung; Volte im Dt. auch als: Taschenspielertrick, betrügerischer Trick beim Kartenspielen;  engl. manchmal: last minute turnaround; engl. selten: volte-face

Eher abfällige Bezeichnung für plötzliche, höchst unwahrscheinliche und unerwartbare Wendungen am Schluss einer Geschichte. Ein beliebiges Beispiel: Music Box (USA 1989, Konstantin Costa‑Gavras) etwa endet damit, dass der Tochter, die ihren Vater gerade vom Vorwurf freigekämpft hatte, er sei ein faschistischer Folterer gewesen, einen Pfandschein zugespielt bekommt, der sie zu einer Spieluhr führt, die Fotos enthält, die die Schuld des Vaters beweisen (so dass sich die Tochter am Ende gegen den Vater wendet). Derartige Schlussformeln werden der Trivialliteratur zugerechnet, weil sie die Geschichte in einem politisch korrekten Sinne beenden und sich nicht aus der inneren Logik der Geschichte ergeben, sondern Bezug auf einen – moralischen oder ideologischen – Standpunkt des Rezipienten herstellen. 


Artikel zuletzt geändert am 30.12.2011


Verfasser: HHM


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