Lexikon der Filmbegriffe

Comics / Comic Strips

Eine Variante der Literaturverfilmung, die als Animations- oder Life-Action-Film gestaltet sein kann. Ein wesentlicher Unterschied zu Adaptionen rein sprachlicher Texte liegt darin, dass Comics immer schon auf der Verbindung von Bild und Text basieren, dass ihre Verfilmung also nicht nur für verbale Ereignisse neue, spezifisch filmische Ausdrucksmittel finden muss, sondern auch das zwar vorhandene, im Unterschied zum bewegten Film aber statische Bildmaterial neu konzipieren muss. Grundsätzlich kann das in der herkömmlichen Formensprache des Erzählkinos geschehen, denkbar sind aber auch formale Verfahrensweisen – außergewöhnliche Einstellungsgrößen, spektakuläre Kamerawinkel, drastische Farbdramaturgie, hohe Schnittfrequenzen u.ä. –, die besonders im klassischen Genrekino undenkbar wären. Inhaltlich liegt der Schritt zu Phantastik und Fantasy nahe (und damit auch der Griff zu üppigen Special Effects), überhaupt die Tendenz zu diegetischen Welten, die nur geringen oder gar keinen Anspruch auf Realitätsnähe erheben. 

Beispiele (neben den traditionellen Superhelden-Figuren): Barbarella (Italien/Frankreich 1967, Roger Vadim); Fritz the Cat (USA 1971, Ralph Bakhsi); Astérix chez les Bretons (Frankreich 1986, Pipo van Lamsverde); Werner Beinhart (BRD 1990, Niki List [...]); V for Vendetta (USA [...] 2006, James McTeigue).

Literatur: Friedrich, Andreas (Hrsg.): Superhelden zwischen Comic und Film. München: Ed. Text + Kritik 2007. – Gordon, Ian (ed.): Film and comic books. Jackson: University Press of Mississippi 2007. – Moscati, Massimo: Comics und Film. Frankfurt/Berlin: Ullstein 1988.
 

Referenzen:

Cartoon

Comic Act

Comics-Verfilmung

Dojinshi

Elseworld-Geschichten

Hentai

Manga

Otaku


Artikel zuletzt geändert am 24.08.2014


Verfasser: PB


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