Lexikon der Filmbegriffe

Hipster


von engl.: hip = angesagt, schick, auf der Höhe der Zeit; gelegentlich auch: hipness = Angesagtheit

Ein Hipster war ein Angehöriger einer hauptsächlich in den USA verbreiteten, urbanen Subkultur der Mitte des 20. Jahrhunderts. Er gilt als eine modernere, amerikanische Ausprägung des europäischen Bohémien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Prägend für das Rollenmodell waren vor allem zwei Gruppen seinerzeit avantgardistischer Künstler: die (vorwiegend schwarzen) Musiker, die mit dem Bebop den modernen Jazz aus der Taufe hoben, und die (größtenteils weißen) Dichter, die heute unter dem Begriff Beat Generation zusammengefasst werden; die Assimilation schwarzer Ausdrucksformen durch Weiße ist darum auch das rassistisches Tiefenthema der Hipster-Kulturen, das sie am deutlichsten in Opposition zur amerikanischen Mainstream-Kultur auszeichnete, wenngleich der Hipster meist unpolitisch war. Der Hipster definiert sich als Lebensform, nicht als soziale Rolle oder als sozialer Typus (Cannonball Adderley: „Hipness is not a state of mind, it's a fact of life“). Hipster in einem engeren Sinne entstammten oft extrem unterschiedlichen sozialen Milieus; sie lebten in kleinen subkulturellen Zirkeln vor allem in den Galerien, Theater, Cafés und Clubs vor allem in Manhattan. Die Hipster-Szene hatte nicht nur einen eigenen Kleidungsstil (Baskenmütze, schwarze Kleidung, Sonnenbrille), sie bildete auch einen eigenen, zunächst nur innerhalb der Gruppen verwendeten Slang aus (hipster lingo); der zentrale Begriff des Hipster-Stiles – cool – fand allerdings spätestens nach dem zweiten Weltkrieg allgemeine Verbreitung und wurde in diversen Jugendkulturen der 1950er zum zentralen Konzept. Die Hipster-Gruppen hatten eine enge Affinität zu den Produkten der amerikanischen Avantgarde, von den Bildern Jackson Pollocks über die Platten Parkers und Gillespies und die beat poetry von Allen Ginsberg zu den Filmen des New American Cinema.
In der amerikanischen Kritik tauchte die Figur des Hipsters in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts als Bezeichnung einer kleinbürgerlichen, dabei aber stilbewussten, konsumistisch orientierten, weitestgehend unpolitischen Jugend auf, wie sie in Filmen wie (500) Days of Summer (USA 2009, Marc Webb) oder Garden State (USA 2004, Zach Braff) gezeichnet wurde. 

Literatur: Ehrlich, Robert: Norman Mailer, the radical as hipster. Metuchen, N.J.: Scarecrow Press 1978. – Mailer, Norman: The white negro. San Francisco, Cal.: City Lights Books 1957. - Graña, César / Graña, Marigay (eds.): On Bohemia. The code of the self‑exiled. New Brunswick [...]: Transaction Publ. 1990. – Watson, Steven: Die Beat Generation. Visionäre, Rebellen und Hipsters, 1944‑1960. Andrä‑Wördern: Hannibal 1997.
 


Referenzen:

Baudelarian Cinema

Beat Cinema

Coolness

New American Cinema


Artikel zuletzt geändert am 27.01.2012


Verfasser: KB W


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