Lexikon der Filmbegriffe

Filmarchiv Austria

Das Filmarchiv Austria wurde 1955 als Österreichisches Filmarchiv gegründet. Um die schnell wachsende Sammlung sachgemäß zu archivieren, wurde 1965 in Laxenburg bei Wien ein eigenes Filmlager mit einem klimageregelten Depot für Nitrofilme eingerichtet. 1970 adaptierte das Filmarchiv darüber hinaus die ehemaligen kaiserlichen Wohngemächer des im 12. Jahrhundert errichteten Alten Schloss Laxenburg, um dort Ausstellungen und Filmvorführungen zu veranstalten. In der Zeit, als Walter Fritz Geschäftsführer des Archivs war (1980-1996), etablierte es sich als Zentrum für die Präservation und Präsentation österreichischer Filmgeschichte. Seit Dezember 1996 übernahm Ernst Kieninger die Leitung.
Durch die Eingliederung des Archivs der Austria Wochenschau, der Übernahme der staatlichen Sammlung wissenschaftlicher Filme und den Erwerb der großen privaten Dokumentationssammlung Leutner wurde der Bestand erheblich vergrößert. Derzeit verwahrt das Archiv ca. 60.000 Filmtitel, etwa 600.000 Fotos und Film-Stills, 25.000 Filmprogramme, 10.000 Plakate, 15.000 Bücher, diverse Zeitschriften, Partituren, Drehbücher, Firmenunterlagen, Nachlässe bedeutender Filmschaffender sowie eine große Sammlung filmtechnischer Geräte.
Das Filmarchiv sammelt neben international herausragenden Werken vor allem Filme und filmbezogenes Material mit Österreich-Bezug. Seine Aufgabe sieht das Archiv aber nicht nur in der Sammlung und Erhaltung, sondern auch im Erschließen und Verfügbarmachen des audiovisuellen Erbes. Von besonderer Bedeutung ist dabei der 1997 bezogene neue Standort Audiovisuelles Zentrum Wien im Augarten, der im Sinne einer modernen Mediathek mittels entsprechender Benutzerstruktur (Filmbibliothek, Lesesaal, AV-Betrachtungsplätze) unmittelbaren Anschluss an sämtliche Sammlungen des Archivs offeriert. 


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: JH


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