Lexikon der Filmbegriffe

cheat cut

dt. etwa: betrügerische / täuschende Einstellung

In einer streng auf Kontinuität und Sichtbarkeit angelegten Variante von Montage ist es unter Umständen nötig, mit Einstellungen zu arbeiten, die physikalisch eigentlich nicht möglich wären. Wenn also – wie in einem Beispiel aus Meet Me in St. Louis (USA 1944, Vincente Minelli) – ein Telefon an einer Wand befestigt ist, die Kamera bei einer der folgenden Aufnahmen der Szene aber genau am Ort der Wand steht, so ist die Wand gewissermaßen stillschweigend „verschwunden“, auch wenn sie im Umschnitt wieder an gewohnter Stelle ist. Derartige physikalische Manipulationen des dargestellten Raums sind interessanterweise oft wenig auffällig. Manchmal werden die täuschenden Einstellungen unter großem Aufwand realisiert: So findet sich in Alfred Hitchcocks The Wrong Man (USA 1956) eine kontinuierliche Fahrt von außen nach innen, durch das Sichtfenster einer Gefängniszelle, bis die Zelle in ganzer Größe im Bild ist; zu dem Zweck wurde die Wand, in die die Tür eingelassen ist, so gebaut, dass sie zur Seite geschoben werden konnte, wenn die Kamera ausreichend nahe war.

Referenzen:

cheater cut

cheat shot


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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