Lexikon der Filmbegriffe

thematische Montage

Es sind Strukturen der dargestellten Handlung, der graphischen Gestalt der verwendeten Bilder oder thematische Verbindungen, die die Montage einzelner Einstellungen regieren und die die Integration zu einer szenischen oder sequentiellen Ganzheit ermöglichen. In der thematischen Montage können es wiederum ganz verschiedene semantische Relationen sein, die der Bildfolge unterliegen – solche der puren Reihung von Elementen der gleichen Art und der gleichen Spezifität in klassifikatorisch erschlossenen Themen, solche der Spezifikation oder der Themenentfaltung, der thematischen Progression, bei zeitlichen Themen ihre Analyse in Zeit (wie in vielen Hollywoodsequenzen). Auch rein atmosphärisch gesetzte, deskriptive Bildfolgen, die eine Landschaft, ein Haus, vielleicht auch eine Figur vorstellen, sind thematisch geklammert. In vielen thematisch geklammerten Sequenzen ist der innere Zusammenhang der Bilder nur schwach, weil nur wenige Bestimmungen auf der Sequenz liegen; in einer Reihung von Aufnahmen historischer Fakten etwa steht oft nur das Historische im Zentrum, verbunden mit einem Ort („Aufnahmen des Straßenlebens am Berliner Kudamm um 1930“); dadurch steigt die Beliebigkeit der Bildparadigmen, die die Sequenz ebenfalls füllen könnten, die Selektivität des Kontextes ist sehr gering.

Referenzen:

Accolade


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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