Lexikon der Filmbegriffe

multilineares Erzählen (3)

Seit den 1990er Jahren ist eine ganze Reihe von Filmen entstanden, die das Prinzip einer Vielzahl von Handlungslinien höchst erfolgreich umgesetzt haben. Sie entfalten ein ganzes Gewebe von Geschichten, die die erzählte Welt gleich aus mehreren Perspektiven greifbar machen. Vor allem im Sozialdrama ist das Verfahren viel älter und findet sich bereits im Stummfilm (etwa in Intolerance, USA 1916, David W. Griffith); es geht darum, Zusammenhänge zwischen verschiedenen sozialen Gruppen aufzuzeigen, um am Ende Kritik an politisch-ökonomischen Abhängigkeiten üben zu können. Die neueren Filme sind oft anders motiviert – als ironische Begehungen von Genrestrukturen und -motiven (wie etwa in Pulp Fiction, USA 1996, Quentin Tarantino), als Reflexion über das Erzählen im allgemeinen (wie in Magnolia, USA 1999, Paul Thomas Anderson), als Aushorchung des fatalen Zusammenhangs von Ereignissen und Figuren (wie in den Filmen Alejandro González Iñárritus).

Referenzen:

multilineares Erzählen (1)

multilineares Erzählen (2)


Artikel zuletzt geändert am 30.01.2012


Verfasser: AS


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