Lexikon der Filmbegriffe

Nachwendefilm (2)

manchmal auch irreführenderweise: Mauerfilm

Die Erfolgsgeschichte des Nachwendefilms der DDR begann 1991 mit der Komödie Go, Trabi, Go (Peter Timm); seitdem sind mehr als 50 Filme in die Kinos gekommen, die in der DDR spielen und die Mechanismen der Kontrolle und der Überwachung ebenso auszuhorchen suchen wie die Arbeit der Stasi (Das Leben der anderen, 2006, Florian Henckel von Donnersmarck), des Alltagslebens von Jugendlichen in der DDR (Sonnenallee, 2000, Leander Haußmann), Liebesgeschichten über die deutsch-deutsche Grenze hinweg (Der rote Kakadu, 2006, Dominik Graf) oder die Bedeutung der Wende selbst (Goodbye, Lenin, 2003, Wolfgang Becker). Selbst die Nachgeschichte des westdeutschen Linksterrorismus der RAF wird zum Filmthema – Die Stille nach dem Schuss (2000, Volker Schlöndorff) erzählt vom Leben zweiter Terroristinnen in der DDR. Eine ganze Reihe Filme entstanden zudem als TV-Produktionen. Neben Spielfilmen sind auch Satiren (wie Der Zimmerspringbrunnen, 2001, Peter Timm) und vor allem Dokumentarfilme entstanden (wie z.B. Feindberührung, 2010, Heike Bachelier). Eine eigene Gruppe bilden Filme von DDR-Regisseuren, die mit der DDR manchmal vehement ins Gericht gingen (wie in Verfehlung, 1991, Heiner Carow, Der Verdacht, 1992, Frank Beyer, oder Die Vergebung, 1995, Andreas Höntsch).

Literatur: Lüdeker, Gerhard Jens / Orth, Dominik (Hrsg.): Nach Wende Narrationen. Das wiedervereinigte Deutschland im Spiegel von Literatur und Film. Göttingen: V & R unipress 2010 (Deutschsprachige Gegenwartsliteratur und Medien. 7.).

Referenzen:

Mauerfallfilm

Nachwendefilm (1)


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: AS


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