Lexikon der Filmbegriffe

Frame-Analyse (2)

auch: Rahmen-Analyse, Framing; engl.: frame analysis

Frames sind Inhaltsschemata, die in kommunikationswissenschaftlichen Diskurs- und
Inhaltsanalysen dazu dienen, Inhalte auf komplexe, schematisierte Einheiten der Analyse abzubilden (die zudem nach manchen Ansätzen für den einzelnen eine Kern-Funktion in der Interpretation v.a. komplexer politischer Realitäten haben). Es gehört zu den Aufgaben der Medien, Medien-Frames auszubilden und so dem Publikum spezielle Zuschreibungen, Bewertungen und Bedeutungen nahezulegen. Wie mediale Deutungs-Auseinandersetzungen oder gar -Kämpfe zeigen, umfassen Frames nicht nur einen rational-argumentativen Kern sowie ein Handlungs- und Rollenmodell, sondern auch rhetorische Mittel wie Anspielungen, Metaphern und Bilder. Methodisch werden Frames meist vor der eigentlichen Inhaltsuntersuchung definiert (von der Art: „Konflikt“, „Moral/Ethik/Recht“, „human interest“, „Personalisierung“, „ökonomische Konsequenzen“, „Gemeinwohl“ etc.), bezugnehmend auf die formalen Frame-Elemente Problemdefinition, Ursachenzuschreibung, Bewertung und Handlungsempfehlung, die als Grundelemente jeden politischen Konflikts zu verstehen sind.

Literatur: Entman, E.M.: Framing. Toward a clarification of a fractured paradigm. In: Journal of Communication43, 1993, S. 51-58. – Matthes, Jörg / Kohring, Matthias: Die empirische Erfassung von Medien-Frames. In: Medien und Kommunikationswissenschaft 52, 2004, S. 56-75. – Scheufele, Bertram: Frames – Framing – Framing-Effekte. Theoretische und methodische Grundlegung des Framing-Ansatzes sowie empirische Befunde zur Nachrichtenproduktion. Wiesbaden: Westdt. Vlg. 2003.

Referenzen:

Frame-Analyse (1)


Artikel zuletzt geändert am 30.01.2012


Verfasser: HHM


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