Lexikon der Filmbegriffe

Zeitdeckung

engl.: real time

Enthält die Erzählung des Films keine Ellipsen, dauert der Film also genauso lange wie der gefilmte Zeitraum, fallen Erzählzeit und erzählte Zeit zusammen. Man spricht dann oft von einer „Darstellung mit Zeitdeckung“. Eine dreiminütige Verfolgungsjagd dauert dann auch in der filmischen Darstellung drei Minuten. Zeitdeckung ist bei langen Einstellungen und bei Einstellungssequenzen schon technisch gegeben. Beispiele für Filme, die zur Gänze mit exakter oder ungefährer Zeitdeckung erzählen, sind die Ein-Einstellungsfilme Rope (USA 1948, Alfred Hitchcock) und Russkij Kovcheg (Russian Arc, Russland 2002, Alexander Sokurov), der in vier Bildsektoren aufgeteilte Split-Screen-Film Timecode (USA 2000, Mike Figgis), der vier verschiedene ununterbrochene Aufnahmen zeigt, der deutsche TV-Film Die Wannseekonferenz (BRD 1984, Heinz Schirk), der die Titelkonferenz in genau der Zeit darstellt, die sie real gehabt hatte, und der Western High Noon (USA 1952, Fred Zinnemann), der eine Stunde Handlungszeit in einer Stunde Erzählzeit wiedergibt.


Artikel zuletzt geändert am 02.03.2012


Verfasser: AS


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