Lexikon der Filmbegriffe

yarn

dt. etwa: Seemansgarn

Manchmal wird in der Kritik die story eines Films als yarn (= Seemansgarn) bezeichnet. Gemeint ist damit eine der Geschichte anmerkbare Fabulierfreude, die ungeachtet der Wahrscheinlichkeit der Geschehnisse, des unangekündigten Auftauchens phantastischer Elemente oder der Konsistenz der erzählten Welt dem Zuschauer ein ganz eigenes Rezeptionsvergnügen bereitet. Derartige Geschichten sind oft durch einen Erzähler (oder die Hauptfigur) authentifiziert, knüpfen an ältere Traditionen des Schwanks und der meist mündlich vorgetragenen Anekdoten, aber auch an Formen des Märchens oder der Sage an. Derartige Filme sind meist episodisch aufgebaut. Ein Beispiel ist neben The Hotel New Hampshire (Großbritannien [...] 1984, Tony Richardson) Big Fish (USA 2003, Tim Burton), der in phantastisch anmutenden Rückblenden das Leben seines Helden erzählt, der ein großer Fabulierer ist (auch wenn es in einem tieferen Sinne um einen Konflikt zwischen ihm und seinen eher nüchternem Sohn geht). 


Artikel zuletzt geändert am 20.03.2012


Verfasser: KB


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