Lexikon der Filmbegriffe

Skladanowsky, Max

Max Skladanowsky (30.4.1863-30.11.1939), Sohn von Carl und Luise sowie Bruder von Arthur, Eugen und Emil Skladanowsky, zählt zu den Filmpionieren Deutschlands. Mit der Erfindung eines Filmvorführgeräts, dem Bioskop, gelingt ihm und seinem Bruder Emil am 1.11.1895 die erste öffentliche Filmprojektion in Deutschland. Damit gehen sie einen Schritt weiter als Ottomar Anschütz, der zwar im November 1894 vor zahlendem Publikum projizierte, dessen „lebende Bilder“ aber noch auf Glasplatten aufgenommen waren, die auf einer rotierenden Scheibe montiert waren.
Max Skladanowsky gehört einer Handwerker- und Schaustellerfamilie an. Nach einer kurzen Fotografen- und Glasmalerausbildung hilft er seiner Familie bei der Herstellung und Vorführung von Laterna-Magica-Platten, zwischen 1879 und 1890 wohl die Haupteinnahmequelle der Familie. Ab 1890 touren Max und Emil (1895-1945) als „Gebrüder Hamilton“ mit eigenen Variété-Nummern durch Europa. 1894 baut Max ein Aufnahmegerät für chronofotografische Bilder auf Kodak-Film. Zur Wiedergabe konstruieren die Brüder das Bioskop, dem nur ein kurzer Erfolg beschieden ist. Ab 1897 stellt Max Skladanowsky Daumenkinos (Abblätterbüchlein) her, für dessen Bilder er sich gern seiner Filmaufnahmen bedient; ab 1903 vertreibt er 3D-Ansichten von Städten und Landschaften, die er vorher bereist hatte. Um 1907/08 gründet er die Firma „Projektion für alle“ (P.f.A.), die anfangs Bilderserien auf Glas oder Papier produziert, später (ab 1910?) auch wieder Filme. Schon in den 1920er Jahren reklamiert der Techniker in einer Reihe von Artikeln die Erfindung der Kinematographie für sich. Zur Kino- und Fotoausstellung (Kipho) 1925 bricht eine öffentlich Debatte zwischen Max Skladanowsky und Oskar Messter aus, der ebenfalls die Vorreiterrolle bei der Einführung des Films in Deutschland beansprucht. Höhepunkte dieser Auseinandersetzung sind die Jahre 1930 bis 1935, während der die Debatte auch zwischen französischen und deutschen Historikern geführt wird, wer nun der „eigentlich Erfinder“ der Kinematographie sei – die Brüder Lumière oder die Brüder Skladanowsky.

Literatur: Castan, Joachim: Max Skladanowsky oder der Beginn der deutschen Filmgeschichte. Stuttgart: Füsslin Verlag, 1995.
 

Referenzen:

Bioskop


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: SL


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