Lexikon der Filmbegriffe

Iteration (1)

von lat.: iterare = wiederholen
manchmal auch: frequentatives Erzählen

In seiner Erzähltheorie unterscheidet Gérard Genette das singulative (was einmal geschieht, wird einmal erzählt), vom repetitiven (was einmal geschieht, wird n‑mal erzählt) und vom iterativen Erzählen (was n‑mal geschieht, wird einmal erzählt). Für den Film fallen vor allem summary-artige Sequenzen unter diesen Typus des Erzählens. Wenn also in einem Film wie The Band Wagon (USA 1953, Vincente Minneli) die Ortsnamen Baltimore, Philadelphia oder New Haven über eine Serie von Bildern der Eisenbahn geblendet sind, fasst die Sequenz eine ganze Kette von Ereignissen zu einer Einheit zusammen, ohne sie en detail darzustellen.

Literatur: Genette, Gérard: Discours du récit. In: Figures III. Paris: Seuil 1972. Dt. in: Die Erzählung. München: Fink 1994, 2. Aufl. 1998, S. 83-110. 


Artikel zuletzt geändert am 21.03.2012


Verfasser: KB


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