Lexikon der Filmbegriffe

Iteration (2)

von lat.: iterare = wiederholen

Nach einer Überlegung von Jacques Derrida verändert sich mit jeder Wiederholung eines Begriffs auch seine Bedeutung. Jede Wiederholung (= Iteration) produziert demnach eine Variation der vorhergehenden Bedeutung; dem ursprünglichen Begriff wird etwas hinzugefügt oder er erscheint in einem etwas anderen Licht. Im Film wird die Iteration einzelner Einstellungen vor allem im Kontext einer radikalen Subjektivierung eingesetzt, Bilder, die im Verlauf der Geschichte ihre tiefere Bedeutung als Erinnerungsbilder, als Siglen von Schlüsselerfahrungen oder als visuell-imaginierte Reste einer Traumatisierung enthüllen. Als intertextuelles Verfahren lässt sich die Überlegung der Iteration auch auf das Zitieren älterer Filme übertragen – auch hier geht es oft um die Variierung und neue Ausleuchtung älterer Bedeutungen. 

Literatur: Derrida, Jacques: Signatur, Ereignis, Kontext. In: Peter Engelmann (Hrsg.): Randgänge der Philosophie. Wien: Passagen 1988, S. 291-362. Zuerst 1971.


Artikel zuletzt geändert am 21.03.2012


Verfasser: KB


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