Lexikon der Filmbegriffe

Klammersyntagma

frz.: syntagme en accolade = Syntagma der Umarmung; engl.: bracket sequence

Im Rahmen seiner Typologie von filmischen Syntagmen isoliert Christian Metz die Syntagmen der zusammenfassenden Klammerung, worunter er eine nicht-chronologische Anhäufung von Bildern versteht, die in ihrer Gesamtheit eine Situation (zum Beispiel eine vielfach ausgeübte Handlung) oder eine Idee (wie Landleben oder Alltag im Kloster) bezeichnen. Metz gibt die folgende Definition: „Eine Serie kurzer Szenen, die solche Ereignisse darstellen, die als typische Beispiele für eine bestimmte Realität angesehen werden und die ganz bewusst nicht in ein zeitliches Verhältnis zueinander gebracht werden, um gerade dadurch ihre Zusammengehörigkeit innerhalb einer Kategorie von Tatsachen zu betonen“. Derartige Sequenzen finden sich oft am Beginn von Filmen (als Beschreibungen des Handlungsortes), werden aber auch als Zwischenelemente (etwa bei Ortsveränderungen oder in der Funktion von Zusammenfassungen) sowie als Beschreibungen abstrakter Kategorien, manchmal in allegorisierender Funktion, eingesetzt.

Literatur: Metz, Christian: Probleme der Denotation im Spielfilm. In: Semiologie des Films. München: Fink 1972, S. 151-198. Original: Problèmes de dénotation dans le film de fiction. In: Essais sur la Signification au Cinéma. 1. Paris: Klincksieck 1968, pp. 111-146. – Wulff, Hans J.: Accoladen: Die Montage der Listen und seriellen Reihungen. In: Montage/AV 20,1, 2011, S. 45-60.
 

Referenzen:

Accolade


Artikel zuletzt geändert am 21.03.2012


Verfasser: HJW


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