Lexikon der Filmbegriffe

Vorführgeschwindigkeit

Der Amerikaner Thomas A. Edison hatte bei seinen Versuchen herausgefunden, dass der Punkt, an dem das „Flimmern“ aufhört, das durch die Dunkelphasen während des Weitertransports des Films um ein Bild entsteht, bei einer Mindestfrequenz von 40 Bildern/Sekunde (B/S) liegt. In den Anfangsjahren des Kinos schwankten die Kamerageschwindigkeiten so zwischen 10-12 Bildern bei der amerikanischen Biograph, 40 Bildern bei Edison, 16 Bildern in Frankreich und etwa 24 B/S in einigen englischen Produktionen, doch um 1906 hatten sich etwa 16 B/S durchgesetzt. So drehte z.B. der französische Filmemacher Alfred Machin noch bis Ende der 1920er Jahre mit 16 B/S, was den Filmverbrauch niedrig hielt: So benötigen 30 Minuten Film ca. 610m bei 18 B/S, 680m bei 20 B/S, 750m bei 22 B/S und 820m bei 24 B/S (Annäherungswerte). Als Filmformat wurde Edisons 35mm-Format zum Standard, so dass für Bildgeschwindigkeit und Laufzeit bis in die 1920er Jahre international folgende Größen galten: 16 B/S, 1 Fuß = 1 Sekunde Filmlaufzeit, 1 Rolle (= 1000 Fuß) = ca. 16 Minuten.
Der Umstieg auf 24 B/S erfolgte erst 1927, als der Ton zum Bild hinzukam: Er erforderte aus Qualitätsgründen eine höhere Geschwindigkeit. Bei der Projektion des Films unterbrach die Flügelblende die Projektion noch ein zusätzliches Mal, so dass eine Frequenz von 48 B/S erreicht wurde. Die Bilderfrequenz beim Fernsehen beträgt wegen der unterschiedlichen Schwingungszahlen des Wechselstroms (USA 60Hz, Europa 50Hz) in den USA 30 B/S bzw. 60 Halbbilder/Sekunde und in Europa 25 B/S bzw. 50 HB/S. 


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: HPR SL


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