Lexikon der Filmbegriffe

Retusche

engl.: retouch, retouching

(1) cf. CGI (=Computer Generated Imagery); Komposographie; wire removal;

Fotografische Bilder werden retuschiert, um Fehler auszugleichen, Bildfehler zu korrigieren usw. Oft geht aber Retusche über diesen Aspekt hinaus, ist eine gestalterisch wirksame Korrektur. Vor allem in der Werbephotographie (aber nicht nur dort) geht es um die Perfektionierung der oder des Dargestellten (so dass es zu einer Modulation des Realitätsbezugs resp. der Authentizität des Fotografischen geht). Retuschen werden traditionell manuell ausgeführt, sind deshalb der Fotografie vorbehalten. Erst mit den Mitteln der computergestützten Bild- und Filmbearbeitung ist es möglich, im größeren Stil auch Filmstücke zu retuschieren.

Literatur: Suetterlin, Karl: Retusche – wann und wie. Halle: Fotokinoverlag 1963. Mehrere Neuaufl. – Nitzsche, Birgit / Rose, Karsten: Digitales Face‑ & Bodystyling. Porträtretusche mit Photoshop. München: Addison‑Wesley 2009.

(2) Insbesondere im Umkreis der damnatio memoriae, der Auslöschung der Erinnerung an vordem wichtige Figuren des öffentlichen Lebens, ist die Retusche angewendet worden. Leo Trotzki wurde z.B. aus fast allen offiziell in der UdSSR kursierenden Bildern der Revolution entfernt.

Literatur: Jaubert, Alain: Fotos, die lügen. Politik mit gefälschten Bildern. Frankfurt: Athenäum 1989. – King, David: Stalins Retuschen. Foto‑ und Kunstmanipulationen in der Sowjetunion. Hamburg: Hamburger Ed. 1997.


Artikel zuletzt geändert am 22.03.2012


Verfasser: JH


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