Lexikon der Filmbegriffe

Lenfilm

Lenfilm ist eines der größten Filmproduktionsunternehmen Russlands, das aus dem ältesten Filmstudio des Landes hervorging. Es hat seinen Sitz in Sankt Petersburg.
Das heutige Lenfilm ging aus einer Filmfabrik hervor, die im Jahre 1908 vom Ingenieur Wladislaw Karpinski gegründet wurde. Sie hieß zunächst Omnium‑Kino und spezialisierte sich auf Chroniken und Dokumentationen. Nach der Oktoberrevolution 1917 wurde das Unternehmen verstaatlicht und trug einige Jahre lang den Namen Sewsapkino. In den 1920er Jahren produzierte das Filmstudio unter verschiedenen Namen (in historischer Reihenfolge: Kinosewer [= „Nordkino“], Goskino [= „Staatliches Kino“], Leningradkino, Sowkino [=„Sowjetisches Kino“], Sojuskino [= „Unionskino“], Rosfilm [= „Russischer Film“] oder Sojusfilm [= „Union[s]film“]). 1934 wurde das Studio schließlich Lenfilm benannt, wobei die ersten drei Buchstaben von ,Leningrad‘ abgeleitet wurden. Seit 1934 bis heute ist das Reiterstandbild Peters des Großen in Sankt Petersburg (Medny wsadnik = Der eherne Reiter) des französischen Bildhauers Etienne‑Maurice Falconet das Erkennungszeichen von Lenfilm. Für das Studio arbeiteten viele Regisseure des sowjetischen Kinos, darunter Sergei Eisenstein, Sergei Gerassimow oder Wladimir Menschow. Das Studio arbeitete auch nach der Auflösung der UdSSR als halbprivates Unternehmen weiter; 2004 wurde es als Kinostudiya Lenfilm endgültig privatisiert. Von Beginn an entwickelte es sich kontinuierlich zu einem der führenden sowjetischen, später russischen, Filmstudios; seit den späten 1970ern wurden zunehmend internationale Produktionen realisiert. Lenfilm produzierte bislang insgesamt rund 1.500 Filme.

Homepage: http://www.lenfilm.ru/


Artikel zuletzt geändert am 22.03.2012


Verfasser: W JH


Zurück