Lexikon der Filmbegriffe

smart cinema

auch: American smart cinema; dt. etwa: „gewitztes Kino“

In der Kritik umgehende Bezeichnung für amerikanische Filme seit den späten 1990ern, die auf einer Grenze zwischen Mainstream- und Art-Cinema angesiedelt sind und die mit absurden Formen des Erzählens spielen, vor allem Raum für nihilistisch-komische Wendungen geben. Sie werden oft mit der Ironie des postmodernen Kinos der Zeit in Zusammenhang gebracht. Zu den wichtigsten Filmen gehören Magnolia (1999, Paul Thomas Anderson) The Royal Tenenbaums (2001, Wes Anderson), Adaptation (2002, Spike Jonze), Donnie Darko (2001, Richard Kelly) und The Last Days of Disco (1998, Whit Stillman). Die Filme zeichnen sich nicht nur durch einen höchst selbstbewussten Umgang mit filmhistorischen Zitaten und Anlehnungen aus, sondern betreiben ihrerseits einen eigenen ästhetischen Diskurs über Fragen der Autorenschaft, der Genrezugehörigkeiten und -konventionen sowie des Erzählens überhaupt. Inhaltlich sind sie meist den Alltagswelten der US-amerikanischen weißen Mittelschicht gewidmet, dem dort vorherrschenden Konsumismus und den Problemen einer Identität unter neoliberalen Bedingungen.

Literatur: Lane, Christina: Magnolia. Malden, Mass.: Wiley‑Blackwell 2011. – Perkins, Claire: American smart cinema. Edinburgh: Edinburgh University Press 2012. – Sconce, Jeffrey: Irony, nihilism and the new American ‘smart’ film. In: Screen 43,4, 2002, S. 349‑369.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: KB


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