Lexikon der Filmbegriffe

Situationskomik

Situationskomik ist entweder eine Qualität von Situationen, die sich entgegen anderer Erwartungen zu einem komischen oder grotesk-absurden Szenario entwickeln, oder man versteht darunter die humorvolle Auseinandersetzung mindest eines der Beteiligten mit einer gerade aktuellen Situation, vor allem mit den beziehungsrelevanten Elementen. Situationskomik kann nur entstehen, wenn die Akteure selbstbewusst sind und sich einander nicht unterordnen mögen. Hinzu kommt eine große und lustvoll ausgespielte Spontaneität und Schlagfertigkeit, die mit der Fähigkeit, das gerade Geschehende als (meist latenten) Angriff auf die eigene Person, eng verbunden ist. Ein zweiter Anlass, Situationskomisches zu erzeugen, ist dann gegeben, wenn jemand eine Meinung vertritt, die durch Übertreibung bis ins Groteske verzerrt wird, oder wenn jemand einen Handlungsplan verfolgt, der zu absurden Ergebnissen führt. Situationskomik ist auch dann ein Lachanlass, wenn sie das Ziel verfolgt, sich selbst zu profilieren (was in sich bereits lächerlich sein kann). Situationskomik gehört wesenhaft zum Komischen dazu, findet sich in allen Gattungen. In Sketchen wird in oft äußerst kondensierter Form dargeboten, manchmal reduziert auf einen einzigen Gag. Für die Sitcom ist sie das Grundelement der Dialogführung. Und auch die Dialoge der Screwball-Comedy inszenieren eine Beziehungskommunikation, die die situativen Umstände unmittelbar einbezieht. 


Artikel zuletzt geändert am 14.04.2012


Verfasser: CA


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