Lexikon der Filmbegriffe

Sehbeteiligung

Die Sehbeteiligung gibt an, wie viele Personen während einer Sendung in einem bestimmten Zeitintervall durchschnittlich ferngesehen haben. Die Angabe erfolgt in Millionen oder Prozent der Gesamtpopulation (manchmal auch der Gruppe, die technisch zum Empfang eines Programms ausgerüstet ist). Vor allem für private Fernsehanstalten ist die Sehbeteiligung (oder auch Einschaltquote) die Grundlage für die Berechnung der Preise für Werbeunterbrechungen. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen dient die Berechnung der Sehbeteiligungen vor allem im ökonomisch-politischen Diskurs zur Rechtfertigung des Produktionsaufwandes von Programmen, die sich naturgemäß in Konkurrenz zu den um hohe Sehbeteiligung bemühten privaten Konkurrenzanbietern befinden.
Die Messung der Sehbeteiligung ist auch wichtig  zur Beurteilung der Effektivität von Werbeblöcken und zur Berechnung der Preise, die die Sender dafür in Rechnung stellen können. Dabei wurden Regelmäßigkeiten im Umgang von Zuschauern mit Werbeblöcken identifiziert (Ein‑, Um‑ oder Ausschalten), die mit der Sendezeit, der Länge des Blocks und der Position des Werbeblocks im Programm zusammenhängen. Längere Blöcke zeigen z.B. eine u-förmige Zuschauerzuwendung auf (der Block wird also in seinem Verlauf verlassen, bevor die Zuschauer am Ende wieder zuschalten). Die höchsten Beteiligungen haben so die Werbespots, die am Anfang von Blocks ausgestrahlt werden.

Literatur: Brosius, Hans‑Bernd / Steger, Beate: Programmhinweise in Programmzeitschriften und Sehbeteiligung: Gibt es einen Zusammenhang? In: Rundfunk und Fernsehen 45,3, 1997, S. 307‑323. – Danaher, Peter J.: What happens to television ratings during commercial breaks? In: Journal of Advertising Research 35,1, 1995, S. 37‑47. – McDonald, Daniel G / Schechter, Russell: Audience role in the evolution of fictional television content. In: Journal of Broadcasting & Electronic Media 32,1, 1988, S. 61‑71. 
 

Referenzen:

Einschaltquote


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HHM


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