Lexikon der Filmbegriffe

Remediation

engl.: remediation, auich: re-mediation

Vor allem in der Medienentwicklung kommt es immer wieder zu Formanlehnungen oder gar -übernahmen benachbarter Medien. Greifen Medien ineinander, kann man von Remediationen sprechen, von Repräsentationen eines Mediums in einem anderen. Der Bezug zwischen den beiden Medien kann würdigend oder rivalisierend sein; entsprechend wird das repräsentierte Medium einmal bewahrt, ein andermal transformiert. Remediation meint in diesem Sinne eine Form medialer Umgestaltung in technischen, narrativen und ästhetischen Prozessen der Inkorporation. Nicht nur werden die älteren Medien dabei von den neueren aufgegriffen, sondern die Vorgängermedien reagieren ihrereseits auf die junge Konkurrenz, indem sie ihre Impulse aufnehmen: Die bildende Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, nicht nur die Videoinstallation, inkorporiert den Film; der Film, nicht nur der Künstlerfilm, inkorporiert die bildende Kunst. Vergleichbare Tendenzen einer wechselseitigen Bezugnahme lassen sich verstärkt zwischen dem Film und den Neuen Medien beobachten: dem Fernsehen, dem Musikvideo, den Videogames, dem World Wide Web oder der virtuellen Realität. 

Literatur: Bolter, David / Grusin, Richard: Remediation. Understanding New Media. Cambridge, Mass.: The MIT Press 1999. – Erll, Astrid (ed.): Mediation, Remediation, and the Dynamics of Cultural Memory. [...] Berlin [...]: de Gruyter 2009.


Artikel zuletzt geändert am 22.04.2012


Verfasser: FL SM


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