Lexikon der Filmbegriffe

Pathécolor

Pathécolor ist ein Verfahren der Schablonenkolorierung, das von der Firma Pathé Frères 1905 patentiert wurde. Mit Hilfe von Schablonen und Farbwalzen konnten mehrere Farben auf einen schwarz-weißen Filmstreifen aufgetragen werden, um Figuren und Hintergründe in Farbe zu gestalten. Diese besonders feine und exakte Art der Färbung wurde von seinen Herstellern vor allem als ,naturgetreu‘ beworben, weshalb es neben den spektakulär-farbigen Féerien auch etliche Naturdokumentarfilme in Pathécolor gibt. Darüber hinaus wurden auch Filme der Film d'Art-Serie dergestalt eingefärbt, um den historisch anmutenden Kostümfilmen einen zusätzlichen Schauwert und eine Facette von gestalterischer Ernsthaftigkeit zu geben. Das Schablonenkolorierungsverfahren ist bei manchen Filmen von Pathé auch in Verbindung mit zusätzlichen Handkolorierungen angewendet worden. Hergestellt wurden Pathécolor-Filme regelmäßig bis etwa Mitte der 1910er Jahre, als die Techniken der Schablonenkolorierung zunehmend ökonomisch unrentabel wurden und deshalb verschwanden. Später wurde das Verfahren in Pathéchrome umbenannt und ist in Einzelfällen noch bis in die 1920er Jahre nachweisbar.

Literatur: Mazzanti, Nicola: Colours, audiences, and (dis)continuity in the 'cinema of the secondperiod'. In: Film History 21,1, 2009, S. 67-93. – Kermabon, Jacques (Hrsg.): Manifestation Pathé, Premiere Empire du Cinema. Paris: Centre Georges Pompidou 1994. – Cherchi Usai, Paolo: Silent Cinema. London : BFI 2000.

Filme: La Poule aux Oeufs d’Or (1905, Gaston Velle); Le Pied de Mouton (1907, Albert Capellani); La Chenille de la Carotte  (1911, Pathé).
 

Referenzen:

Schablonenkolorierung


Artikel zuletzt geändert am 22.04.2012


Verfasser: PE


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