Lexikon der Filmbegriffe

point of audition

Als point of audition wird der Ort bezeichnet, an dem ein szenischer Ton wahrgenommen wird. Meist wird (wie in der Theorie Michel Chions) unterschieden zwischen (1) einer räumlichen Lokalisation, bei der der Ton im Handlungsraum entsteht, auch wenn der Ursprung des Tons manchmal unklar ist, wenn er akustisch auf die Anwesenheit einer unsichtbaren oder versteckten weiteren Figur im handlungsraum hinweist etc., und (2) einer Zuordnung hörbaren Tons zur subjektiven Tonwahrnehmung durch eine Handlungsfigur (der Zuschauer wird in die Wahrnehmungsposition einer Filmfigur versetzt, identifiziert den Ton als Wahrnehmung der Figur). Offenbar geht der Zuschauer analytisch mit szenischem Ton um und lokalisiert ihn faktultativerweise auch als „wahrgenommenen Ton“ im szenischen Feld (weshalb Chion in diesen Fällen auch von place of audition [etwa: Ort des Hörens] spricht).

Literatur: Chion, Michel: Audio‑vision. Sound on screen. New York: Columbia University Press 1994, Kap. 4.
 

Referenzen:

Tonperspektive


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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