Lexikon der Filmbegriffe

Stardom

engl., dt. etwa: der Ruhm oder die Berühmtheit einer Schauspielerin bzw. eines Schauspielers

Stardom ist ein Sammelbegriff, der den Stellenwert von Stars bezeichnet. Dabei geht es einerseits um die Annahme, dass die Bekanntheit bzw. der Ruhm von Schauspielern deren „Marktwert” mitbestimmen (und somit die Gagen und Vertragsbedingungen der Stars festlegen) und von Filmfirmen als „Qualitätsmerkmal“ gezielt für die Vermarktung eingesetzt werden. Andererseits haben Rollen vorheriger Filme, Kritiken und nicht zuletzt Werbematerialien wie Filmposter, Trailer und Presseartikel Einfluss auf die Rezeption. Auf diesen Zusammenhang von Stardom und Publikumserfahrung hat besonders Richard Dyer hingewiesen, indem er die zentrale Bedeutung von Stars wie Marlon Brando, Bette Davies, Marlene Dietrich und anderen für die Bedeutungsgebung von Filmen hervorhob. Insgesamt teilt Dyer, in Anlehnung an O.E. Klapp, Filmstars in fünf vorherrschende Kategorien ein: „The Good Joe“, „The Tough Guy“, „The Pin-up“, „The Rebel“ und „The Independent Woman“. Als Projektionsfläche für die Sehnsüchte, Ängste und Erwartungen des Publikums ist Stardom dabei eine Erscheinung des Zeitgeistes, da jede Zeit bestimmte Stars hervorruft (vgl. etwa die sogenannten „Hard Bodies“ der 1980er Jahre wie Sylvester Stallone, Chuck Norris, Steven Segal und Arnold Schwarzenegger). Dyer folgend – der postuliert: „stars are [...] embodiments of the social categories in which people are placed and through which they have to make sense of their lives“ – lässt sich schlussfolgern, dass Stardom maßgeblich davon abhängt, wie viele Zuschauer der Gesellschaft oder bestimmter sozialer Gruppen sich mit einem Star identifizieren können. Aufgrund der zentralen Stellung von Stars und Stardom für das Kino beschäftigt sich mit den „Star Studies“ eine eigene Teildisziplin mit der Erforschung der Bedeutung von Stars. 

Literatur: Walker, Alexander: Stardom. The Hollywood Phenomenon. New York: Stein and Day 1970. – Dyer, Richard: Stars. London: British Film Institute 1979. – Dyer, Richard: Heavenly Bodies: Film Stars and Society. London: Macmillan 1986. – Butler, Jeremy G.: Star Texts. Image and Performance in Film and Television. Detroit: Wayne State University Press 1991. – Gledhill, Christine (ed.): Stardom: Industry of Desire. London: Routledge 1991. – Austin, Thomas / Barker ,Martin (eds): Contemporary Hollywood Stardom. London: Arnold 2003. – Redmond, Sean / Holmes, Su (eds.): Stardom and Celebrity. A Reader. Los Angeles und London: SAGE 2007. 
 

Referenzen:

Star

Star Studies

Starsystem


Artikel zuletzt geändert am 05.05.2012


Verfasser: THO


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