Lexikon der Filmbegriffe

Filmkunde

nach dem Muster von „Gegenstand + -kunde“ (wie in Naturkunde)

In den 1920ern aufgekommene, bis in die 1980er Jahre verbreitete Bezeichnung für die Wissenschaft vom Film, oft in unmittelbarer Beziehung zu einer Vorstellung von Filmbildung resp. Filmerziehung – die Geschmacksbildung des Zuschauers, seine Fähigkeit zur Kritik und zum Verständnis der ästhetischen und semiotischen Ausdrucksmittel des Films, das Finden von Selektionskriterien bei der Auswahl und Bewertung von Filmen usw. In den 1950ern wurde Filmkunde enger als Filmwissenschaft konzipiert und zu erfahrungswissenschaftlichen Fragen geöffnet und fußte nun nicht mehr primär auf ästhetischen und kunstpädagogischen Vorstellungen, sondern umfasste psychologische, soziologische, publizistische, allgemein-pädagogische, wirtschaftliche und technische Aspekte. Die Bezeichnung findet sich signifikanterweise im Namen des 1949 gegründeten Deutschen Instituts für Filmkunde, das sich explizit als erstes filmwissenschaftliches Institut der BRD verstand; es wurde erst 1999 in Deutsches Fiminstitut umbenannt. 


Artikel zuletzt geändert am 05.05.2012


Verfasser: HHM


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