Lexikon der Filmbegriffe

Attraktion / Narration

In der Beschreibung des Kinofilms wird oft eine narrative und eine attraktionelle Ebene unterschieden. Die Narration bemüht sich um den inneren Zusammenhang der Erzählung, um Folgerichtigkeit und Wahrscheinlichkeit. Die Attraktion dagegen exponiert Szenen und Environments, die auf die Schaulust des Zuschauers spekulieren und eher in der Tradition der artistischen Künste und der Sensationsdarstellungen stehen als in der Erzähltradition des Romans. Das Narrative und das Attraktionelle verhalten sich keinesfalls exklusiv zueinander, sondern können glänzend miteinander kombiniert werden. Das Begriffsdoppel ist in der Forschung zum frühen Film vorgeschlagen worden, lässt sich aber auf Film in einem umfassenderen Sinne anwenden. Insbesondere an Genre-Filme lassen sich die Mischungsverhältnisse der beiden Elementarqualitäten studieren – an Kinofilmen wie Die Hard (1988) wie aber auch an TV-Spielfilmen wie Dominik Grafs Der Skorpion (1998).

Literatur: Gaudreault, André: Narration and monstration in cinema. In: Journal of Film and Video 39,2, 1987, S. 29-36. – Gunning, Tom: The cinema of attractions: Early film, its spectator and the avant-garde. In: Wide Angle 8,3-4, 1986, S. 63-70.
 

Referenzen:

Filmgeschichte: Attraktion und Narration

purple prose

sensation scene


Artikel zuletzt geändert am 24.08.2014


Verfasser: HJW


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