Lexikon der Filmbegriffe

Lippensynchronität (1)

engl.: lip sync, lip synching

Wenn es beim Anlegen eines separat aufgenommenen Tons zum Eindruck der vollkommenen Synchronisation von Ton und Lippenbewegung kommt, spricht man von Lippensynchronität. Werden fremdsprachige Filme synchronisiert, gilt sie gleichermaßen als Ideal, so dass sich die Synchronautoren darum bemühen, Silbenzahl und Mundstellung des neuen synthetischen Tons auf das Bild möglichst genau abzustimmen.
Laufen Bild und Ton auseinander (vor allem, wenn der Ton dem Bild vorauseilt), zerbricht der Eindruck der Lippenchronizität, was eine Irritation hervorruft. Man spricht dann manchmal in einem technischen Sinne von Bild-Ton-Versatz. Der Eindruck entsteht bereits bei einer Differenz von 2 Kadern. Gerade im neueren Musikfilm (insbesondere im Videoclip) wird allerdings des öfteren die durchgängige Lippensynchronie durchbrochen, was zu einer Auflösung der szenischen Einheit des Sprechens (oder Singens) führt und das Bild als eigenen Diskurs zum Ton weiterführt. 
 

Referenzen:

Lippensynchronität (2)

Lippensynchronität (3)


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: KB


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