Lexikon der Filmbegriffe

Krise / Krisis / crisis

griech., = Entscheidung

(1) Im Drama wird der Moment als crisis bezeichnet, wenn der Held auf dem Höhepunkt des dramatischen Konflikts durch eine bestimmte Entscheidung seine Handlungsfreiheit und damit andere mögliche Handlungsoptionen aufgibt und so den Umschwung der Handlung (die Peripetie) einleitet. Fortan wird die Handlung nicht mehr durch die Entscheidungen des Helden vorangetrieben, sondern sie ist determiniert und treibt unausweichlich auf die Katastrophe zu, wo der dramatische Konflikt schließlich aufgelöst wird.

Literatur: Kühnel, Jürgen: Krisis. In: Günther Schweikle / Irmgard Schweikle (Hrsg.): Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Stuttgart: Metzler 1990, S. 254. 

(2) In der Drehbuchliteratur, die sich in Hinsicht auf die Aktstruktur des Dramas von den Dramentheoretikern Aristoteles oder Gustav Freytag unterscheidet, soll jeder einzelne Akt auf eine crisis (engl.: Krise) zulaufen. Diese Umschlagpunkte werden auch als plot points bezeichnet und sollen die Handlung in den nächsten Akt befördern.

Literatur: Dancyger, Ken / Rush, Jeff: Alternative Scriptwriting: Writing beyond the Rules. Boston, Ma. [u.a.]: Focal Press 1991.

Referenzen:

crisis


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: GL


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