Lexikon der Filmbegriffe

Filmkontor

auch: Filmbüro

Eine Einrichtung meist mehrerer Banken zur Finanzierung insbesondere von Spielfilmen, die zur Unterstützung der unterfinanzierten Filmproduktionen in der Nachkriegszeit und in den 1950ern als Flankierung des Systems der Bundesbürgschaften entstanden. Das Norddeutsche Filmkontor, das zum Namensgeber für derartige Konstruktionen wurde, wurde z.B. mit Geldern der gewerkschafteigenen Bank für Gemeinwirtschaft und unter Rückendeckung der norddeutschen (SPD‑)Länder 1952 begründet; es verfügte über 2,6 Millionen DM Grundbestand und einen Produktionsplan, demzufolge 16 Filme pro Jahr finanziert werden sollten, ja sogar eine Konzeption – es sollte darum gehen, „den Filmen soziale Schlaglichter aufzusetzen“. Filmkontore standen immer in Verbindung zu Bund und Ländern, die sich in Form von Bürgschaften an der Filmfinanzierung beteiligten. Formal hatten die Kontore jeweils einen Direktor und Geschäftsführer, einen Produktionschef sowie einen Beirat (oder Aufsichtsrat). 


Artikel zuletzt geändert am 17.06.2012


Verfasser: HHM


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