Lexikon der Filmbegriffe

Hörigkeit

engl.: (sexual) dependence; gelegentlich auch: bondage

Hörigkeit als eine besondere Form der sozialen Beziehung zwischen Liebespartner tritt in der amour fou ebenso auf wie neutraler in Beziehungs- oder Ehedramen und sogar allgemeiner überall da, wo es um das Zusammenleben zweier Figuren geht - als tiefe ein- oder gegenseitige Abhängigkeit zueinander. Fast immer steht Hörigkeit im Kontext von Sexualität (wie die Beispiele Ossessione, Italien 1942, Lucchino Visconti, Il Portiere Di notte, Italien 1973, Liliana Cavani, oder Ai no corrida, Japan 1976, Nagisa Oshima, zeigen); doch ist dies nicht zwingend - im Vordergrund kann auch die Geschichte über ein fundamentales Identitätsproblem stehen, das den Protagonisten oder die Protagonistin bis zur Selbstaufgabe führt, eine Abhängigkeit von Kindern von ihren Eltern, intensive und mit Selbstaufgabe verbundene Bindungen von einzelnen an Gruppen, eine bis zur Pathologie reichende Identifikation mit religiösen Führergestalten und ähnliches mehr. Asymmetrische Abhängigkeitsverhältnisse haben oft sadomasochistische Züge. Die Hörigkeit von Frauen gegenüber Männern wird nicht selten als etwas (für das männliche Zielpublikum) Prickelndes inszeniert, während der umgekehrte Fall für deutlich mehr Verängstigung sorgen soll.

Weitere Beispiele: Of Human Bondage, USA 1934, John Cromwell; mehrfach neuverfilmt. – Lolita, USA 1962, Stanley Kubrick. – La fille coupée en deux, Frankreich 2007, Claude Chabrol.

Referenzen:

femme fatale

menacing wife

Obsession


Artikel zuletzt geändert am 20.03.2013


Verfasser: PB MB


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