Lexikon der Filmbegriffe

Neurocinematics

Das Studium der neurologischen Aktivitäten von Individuen während der Rezeption von Filmen wird heute nach einer Formulierung Uri Hassons und seiner Kollegen oft neurocinematics genannt. Neben den klassischen EEG-Aufzeichnungen und physiologischen Messungen der Atem- und Pulsfrequenz, der Oberflächenspannung etc. werden dazu Techniken der funktionalen Magnet-Resonanz-Aufzeichnung und der Augenbewegungsaufzeichnung verwendet sowie Korrelationsanalysen durchgeführt, die die Aktivitäten mehrerer Rezipienten hinsichtlich ihrer zeiträumlichen Ähnlichkeit aufeinander abbilden. Abhängig vom Inhalt der verwendeten Filmsequenzen, des Montagstils und der Inszenierungsweisen differieren die Ergebnisse (z.B. hinsichtlich des Ausmaßes von Interesse oder Desinteresse gemittelt) nach derzeitigem Kenntnisstand erheblich. Das Konzept wird meist in die Nähe des Neuromarketings gestellt.

Literatur: Hasson, Uri [...]: Neurocinematics. The Neuroscience of Film. In: Projections 2,1, 2008, S. 1-26. – Bartels, A. / Zeki, S. (2004). Functional Brain Mapping During Free Viewing of Natural Scenes. In: Human Brain Mapping 21, 2004, S. 75‑85. – Kauppi, Jukka‑Pekka [...]: Inter‑subject correlation of brain hemodynamic responses during watching a movie: localisation in space and frequency. In:  Frontiers in Neuroinformatics 4,5, 2010, S. 1‑10. 


Artikel zuletzt geändert am 22.06.2012


Verfasser: JH


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