Lexikon der Filmbegriffe

Duo-Vision

Duovision ist eine Sonderform der Split-Screen, bei der das Gesamtbild für die Dauer des gesamten Films oder für einzelne Szenen zweigeteilt ist (sei es, dass sie nebeneinander, sei es, dass sie untereinander angeordnet waren). Das Verfahren kam bei wenigen Filmen der New-Hollywood-Ära anfangs der 1970er zur Anwendung. Besondere Probleme bereitete die Tongestaltung, weil bei Dialogszenen im einen Teilbild das andere stumm sein musste, was noch zusätzlich durch die Verwendung von Stereo-Ton erschwert wurde (weshalb manchmal von einer active bzw. passive screen gesprochen wurde). Manchmal wurde die gleiche Handlung aus zwei Perspektiven dargestellt, manchmal gleichzeitige Geschehnisse an verschiedenen Orten. Ein Problem war nicht nur der deutlich erhöhte Bedarf an Aufzeichnungen, weil ja zwei Bilder realisiert werden mussten, sondern auch die Zeit, die auf die Zusammenfügung der beiden Bilder und den Schnitt aufgewendet werden mussten. Der wohl bekannteste (und nach eigenem Bekunden der seinerzeitigen Werbung für den Film erste) Duovision-Film ist der im Format 2,65:1 realisierte B-Horrorfilm  Wicked, Wicked  (USA 1973, Richard L. Bare), der nur wenige Szenen im Ganzbild enthielt (um dem Publikum einen visuellen Schock zu versetzen, wie Bare erklärte). Zeitgenössische Kritiken brachten den Versuch in Beziehung zu der als avantgardistische verstandenenn Dual-Screen-Technik, in der Warhol seinen Film Chelsea Girls gemacht hatte (1966). 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JH


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