Lexikon der Filmbegriffe

Verleihgarantie

engl.: minimum guarantee

In vielen Filmfinanzierungen erwerben Verleiher noch vor der Produktion eines Films die Verleihrechte, den Film national oder international im Kino auszuwerten; die Summen gehen als ein größerer Anteil (meist zwischen 15 und 50% der Gesamtkosten) in die Kalkulation des Projektes ein (wobei es sich im Extremfall um zweistellige Millionensummen handeln kann). Das Geld gilt als Vorgriff auf die zu erwartenden Erlöse des Films an der Kinokasse. Zudem übernimmt der Verleiher die Kosten für die Herstellung der Verleihkopien sowie die Werbungskosten (P&A = Print and Advertising). Heute gehören oft die gesamten Verwertungsrechte zum Vertrag; im Falle, dass nur die Rechte der Kinoauswertung vertraglich abgetreten werden, gilt es, möglichst noch vor oder während der Produktion weitere Rechtevorverkäufe (vor allem Fernseh- und Video-/DVD-Rechte) zu tätigen, wobei die Zugehörigkeit zu einem großen Verleih insbesondere für US-amerikanische Low-Budget-Produktionen eine große Erleichterung des weiteren Rechteverkaufs darstellte. Die Kinoerlöse dienen meist zuerst dazu, die garantierten Verleiheinspiele (sowie der Werbungs‑ und Verleihkosten) zu refinanzieren, können so die gesamten Produktionskosten nur in den seltensten Fällen einspielen.

Literatur: Ebbers, Joris J. / Wijnberg, Nachoem M.: The effects of having more than one good reputation on distributor investments in the film industry. In: Journal of Cultural Economics, 2012, Online.

Referenzen:

P&A


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2012


Verfasser: HHM


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