Lexikon der Filmbegriffe

Programmuhr

manchmal auch: Stundenuhr; engl.: broadcast clock

Formatierung von Radioprogrammen besteht nicht nur in der Festlegung einer besonderen Musikfarbe und eines bestimmten Moderationsstils, sondern auch die Standardisierung des Gesamtprogramms in meist 60minütige, wiederkehrende Schemata (Musikauswahl im engeren Sinne, Verhältnis, Länge und Abfolge von Musik- und Wortbeiträgen, Verwendung von Senderkennungen etc.), so dass dem Hörer die Orientierung im Programmablauf erleichtert wird. Als Verfahren wird dabei meist die Programmuhr verwendet, mittels der die einzelnen Programmelemente wie Nachrichten, Wetter, Verkehrsmeldungen, Service-Angebote, Werbung etc. in einem 60minütigen Schema angeordnet werden. Dieses Schema kann in der Abfolge der Tageszeiten moduliert oder durch andere Schemata abgelöst werden. Außerdem können wiederkehrende Programmformen (wie etwa Kommentare, längere Berichte u.ä.) in einem Tagesschema fest lokalisiert werden. Die meisten Programmuhren enthalten die Musiktitel nur als Leerformen, weil sich das tatsächliche Musikangebot regelmäßig ändert. Die Schematisierung von Programmen erhöht die Vertrautheit des Hörers mit dem Programm, macht es übersichtlich und erwartbar – mit der gleichzeitigen Gefahr, langweilig und berechenbar zu werden. Die Ausarbeitung von Programmuhren (meist für eine ganze Woche) erfolgt heute mit Rechnerunterstützung und wird erst in der Schlussphase der Planung von den Redakteuren in Einzelheiten festgelegt.


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2012


Verfasser: HHM


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