Lexikon der Filmbegriffe

pace


engl., = Geschwindigkeit, Tempo; oft auch: rhythm, tempo

Allgemeine Bezeichnung für das Tempo, in dem sich eine Geschichte entfaltet und voran schreitet. Der Eindruck des Tempos eines Films ist abhängig von mehreren Dingen – die Folge und Dichte der Ereignisse, insbesondere der Handlungen, und die Zwangsläufigkeit, mit der sie einander folgen und sich kausal auseinander entwickeln; die Länge der einzelnen Szenen; Tempo und Intensität des Schauspiels einschließlich der Dialogführung; filmische Gestaltungsmittel wie Licht, Schnitt, Musik etc. Manchmal wird zwischen dem externen und dem internen Tempo unterschieden – dem Schnitt und der Bewegung der Akteure vor der Kamera. Frenetisch schnelle Bewegung im Bild oder sehr schneller Schnitt führen zum Eindruck eines hohen Tempos; sind die Einstellungen dagegen lang und geschieht auch im Bild wenig, wirkt die Entwicklung der Erzählung eher langsam (es sollte allerdings angemerkt werden, dass diese landläufige These nicht immer stimmt – der sehr schnell geschnittene Film Fahrenheit 451, Großbritannien 1966, François Truffaut, wirkt eher langsam erzählt). In aller Regel wird mit wechselnden Tempi gearbeitet – auf eine eher schnelle Phase der Erzählung folgt eine langsame, bevor das Tempo wieder angezogen wird. Der Tempo-Eindruck ist zudem historisch und kulturell variabel. Meist wird angenommen, dass die Phasen höheren Tempos vom Zuschauer intensiver wahrgenommen werden; ob es allerdings einen Gedächtniseffekt gibt, ist ungeklärt.

Literatur: Heft, Harry / Ragnar Blondal: The Influence of Cutting Rate on the Evaluation of Affective Content of Film. In: Empirical Studies of the Arts 5,1, 1987, S. 1-14. – Kraft, R.N.: The Role of Cutting in the Evaluation and Retention of Film. In:  Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition 12, 1986, S. 155-163. - Lang, A. [...]: The Effects of Production Pacing and Arousing Content on the Information Processing of Television Messages. In: Journal of Broadcasting and Electronic Media 43,4, 1999, S. 451‑475. – Mitry, Jean: Esthétique et psychologie du cinéma. I. Paris: Klincksieck 1963, chap. 3, "Le rhythme et le montage". Engl.: The aesthetics and psychology of the cinema. Bloomington/Indianapolis: Indiana University Press 1997, S. 89-167. – Snow, Robert P.: Interaction with the Mass Media: The Importance of Rhythm and Tempo. In: Communication Quarterly 35,3, 1987, S. 225-237.


Referenzen:

buildup


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2012


Verfasser: HJW


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