Lexikon der Filmbegriffe

Trianon Film GmbH

Trianon-Film wurde im August 1923 von David Schratter als Produktions- und Verleihfirma gegründet. Die Firma sollte europäische Koproduktionen realisieren; es war sogar ein Film mit Mauritz Stiller in Arbeit (1924). Man versuchte, ein international vermarktbares Programm vorzufinanzieren, zu dessen wertvollsten Aktivposten die Schauspielerinnen Mary Johnson und Greta Garbo zählten. Der Versuch, eine übernationale Verbindung von Produktion und Verleih herzustellen, scheiterte; aufgrund einer fatalen Finanzierungssituation mußte die Firma 1926 das Insolvenzverfahren eröffnen. Die deutsch-schwedischen Beziehungen blieben aber stabil – zwischen 1925 und 1928 entstanden zehn schwedisch-deutsche Gemeinschaftsproduktionen mit der bis 1931 als Firmenname (Trianon-Verleih GmbH) weiter nachweisbaren Trianon. Der bekannteste Film der Jahre nach der Insolvenz  war Rosen blühen auf dem Heidegrab (1929, Curt Blachnitzky).
Mit der Gründung eines eigenen Atelierbetriebs, der Trianon-Film Ateliers GmbH, sowie eines internationalen Verleihnetzes, der Trianon-Film Verleih GmbH, versuchte David Schratter bereits 1924, Maßnahmen gegen die absehbare Pleite zu schaffen. Die Trianon‑Film‑Ateliers GmbH baute 1924 einen ehemaligen Tattersall in der Nähe des S‑Bahnhofs Grunewald zu einem Filmatelier um. Die massive Halle wurde 1926 – nach der Insolvenz – von der Grunewald Film‑Atelier GmbH übernommen. 1930 zum Tonfilm‑Atelier umgebaut, wurde das Atelier verkleinert und um ein zweites erweitert (Atelier 1: 1080qm, 24x45m, 16m Bauhöhe; Atelier 2: 210qm, 10x21m, 9m Bauhöhe). Es umfasste zudem einen Fundus und Werkstätten. Ab 1934 gehörte das Grunewald‑Atelier zur Tobis Ateliergesellschaft mbH (ab 1938 Tobis Filmkunst GmbH). Das Gebäude wurde während der Kampfhandlungen Anfang 1945 zerstört. 

Literatur: Vonderau, Patrick: Bilder vom Norden. Schwedisch‑deutsche Filmbeziehungen, 1914‑1939. Marburg: Schüren 2007.


Artikel zuletzt geändert am 09.03.2014


Verfasser: HHM


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